Langer Flur mit grünen Wänden und Läufer mit Muster

5 häufige Einrichtungsfehler im Flur

Ist doch nur der Flur? Warum Energie und Geld für einen Raum aufwenden, in dem man sich ohnehin nicht lange aufhält? Hauptsache praktisch und einfach?

In vielen Fluren häufen sich Jacken und Schuhe, es türmen sich Zeitungen und Briefe, die Lichtverhältnisse ähneln einer Dunkelkammer und im Alltag dient der Flur als Schleuse zwischen den gemütlichen Zimmern deines Zuhauses. Du erkennst deinen Eingangsbereich in Ansätzen in dieser Beschreibung wieder, weißt aber nicht, wie du etwas an der Situation ändern sollst oder hast dir dazu einfach noch nie Gedanken gemacht?

5 klassische Einrichtungsfehler und Wohnfallen im Flur veranschaulichen wir hier – inklusive Tipps und Tricks wie du sie vermeidest und aus deinem Flur einen einladenden Eingangsbereich zauberst.

Zuhause sein beginnt in deinem Eingangsbereich bzw. Flur. Es ist der erste Raum den Besucher, deine Freunde und Familie betreten. Auch kurzer Besuch, der Postbote an der Haustür oder der Handwerker für die Heizung bekommen ihn zu sehen. Dein Flur wird dadurch zum Aushängeschild deines Zuhauses bzw. deine persönliche Visitenkarte. Daher sollte deine Einrichtung schon hier zum Wohlfühlen einladen, deine Persönlichkeit unterstreichen und gleichzeitig für Ordnung sorgen. Doch nicht immer sieht der Eingangsbereich so wohnlich aus, wie man es sich wünscht.

 

1. Den Flur als ungemütlichen Durchgangsraum betrachten

X Tür auf, Schuhe aus, Jacke auf den Haken, Tasche in die Ecke, Schlüsselbund irgendwohin und ab geht es ins Wohnzimmer oder die Küche. Für den Nachmittagskaffee noch einmal kurz queren und abends geht es durch den Flur ins Schlafzimmer. Der erste Raum deiner vier Wände hat mehr zu bieten als einfach nur Schleuse zu sein. Zwar hältst du dich hier selten länger als zwei Minuten am Stück auf, dennoch sollte der Flur nicht als kühles und unpersönliches Durchgangszimmer abgestempelt werden.

Im Flur lauert oft ungenutzter Platz in Form von Nischen und langen Wänden, der sich super verwenden lässt: Eine Nische wird zum Mini-Office oder bietet Platz für einen zusätzlichen Schrank während die Wand – ob lang oder kurz – zwischen zwei Zimmertüren zur Familiengalerie umfunktioniert wird. Denn trotz der geringen Zeit, die du durchschnittlich im Flur verbringst, kann er eine Portion Wohnlichkeit immer gut vertragen. Die persönliche Kunst- oder Bildersammlung wird nicht nur dir beim Eintreten ein Lächeln auf das Gesicht zaubern, sondern auch deine Besucher gleich zu Beginn freundlich begrüßen. Kuschelige Kissen auf einer Sitzbank, Pflanzen und Blumen in geschmackvollen Vasen und dazu noch Kerzen in Windlichtern auf dem Boden oder einer Kommode: Bleib deinem Stil aus Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche treu und übertrage die stilistischen Elemente wie Deko, Farben und Muster auch auf deinen Flur. So wirkt der Raum beim Eintreten und Durchqueren gleich viel einladender und das Dasein als trister Durchgangsraum hat ein Ende.


 

2. Stauraum verschenken oder zu wenig Stauraum einplanen

X Es türmen sich Jacken, Schuhe, Taschen, Schirme und noch mehr Schuhe bei teilweise geringem Platzangebot im Flur und dem gleichzeitigen Wunsch nach Ordnung, Übersichtlichkeit und Wohnlichkeit. Offene Aufbewahrungssystem sind zwar einfach zugänglich und praktisch, füllt man sie allerdings bis in die letzte Lücke mit Schuhen, Textilien und anderem Kram, leidet nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern der Schrank wirkt schnell sehr chaotisch. Ebenfalls unglücklich ist es, fast gänzlich auf geeignete Möbel zu verzichten und eine praktische Nische im Flur nicht zu nutzen.

Genügend Stauraum ist das A und O um Schuhe, Jacken, Mützen und vielleicht auch den Staubsauger oder das Bügelbrett passend verstauen zu können. Damit man sich beim Heimkommen über Ordnung und Sauberkeit im Flur freuen kann empfiehlt es sich, hohe Schränke mit Türen oder Schrank-Regal-Kombinationen und Sideboards passend zum Platzangebot des Flures zu platzieren: Schlanke und hohe bzw. lange Schränke eignen sich hervorragend für schlauchartige Flure. Massivere Möbel mit mehr Tiefe und robustem Holz wirken vor allem in geräumigen Fluren. Perfekt sind maßgenaue Möbel auch für Nischen und das tote Ende eines Flures, da sie dem Grundriss optisch keinen Platz nehmen aber reichlich Staufläche bieten. Am Ende eines Flures sind vor allem Schränke mit Glastüren vorteilhaft, da sie den Raum durch die Reflektion länger wirken lassen. Solltest du auf der Bodenfläche deines Flurs keinen Platz für Schränke haben, solltest du in die Höhe denken. Mit hängenden Schrankelementen unter der Decke oder maßgeschneiderten Möbeln um Türen herum kannst du Raum schaffen.

Geschlossene Aufbewahrungssysteme sorgen für Ordnung – nicht nur optisch, sondern helfen auch dem Angriff der Staubmäuse zu entkommen. Taschen, Jacken und Accessoires bleiben hinter geschlossenen Türen staubfrei und leicht zugänglich. Gerade bei eingeschränkten Platzverhältnissen solltest du dir außerdem eine Schuh- und Jacken-Regel überlegen: nur wenige Paare Schuhe der aktuellen Jahreszeit dürfen sichtbar im Flur auf ihren Einsatz warten, alle übrigen sollten im Schrank, Keller oder auf dem Dachboden verstaut werden bis sie wieder benötigt werden. Das gleiche gilt für Jacken und saisonale Accessoires.

Ach ja, der Schuhschrank sollte sich möglichst in der Nähe der Eingangstür befinden. So musst du zum An- und Ausziehen der Schuhe nicht erst einmal quer durch den Flur laufen. Möglicher Dreck von deinen Schuhen bleibt so im Eingangsbereich und der Bodenbelag wird geschont.

3. Zu wenig Ablagemöglichkeiten

X Während Schuhe, Jacken und Taschen jetzt perfekt in passenden Schrank- und Regallösungen verstaut sind, taucht auch schon das nächste Problem auf: Wohin mit Handy, Taschentüchern, Autoschlüsseln, Einkaufstüten, Post und Co.? Aus „Endlich zuhause“ beim Heimkommen wird zunächst Zirkusakrobatik bei dem Versuch die Handtasche, Einkäufe, Zeitungen und den Haustürschlüssel zu jonglieren, wenn die notwendigen Ablagemöglichkeit im Eingangsbereich fehlen. Reicht die Ablagefläche nicht aus, werden Dinge schnell dort abgelegt, wo sich noch geradeso Platz bietet – und schon wird der Flur zur Rumpelkammer.

Apropos Rumpelkammer: Vor allem die kleineren Gegenstände wie Schlüssel und Handy neigen dazu, sich speziell dann gut zu verstecken, wenn man sie gerade dringend benötigt. Wenn es keinen fest definierten Platz, wie zum Beispiel ein Schlüsselbrett oder eine Schlüsselschale auf einer Ablage gibt, landen die Dinge oft dort, wo man sie so schnell nicht wiederfindet.

Ein fester Platz für deinen Haustürschlüssel auf einem Sideboard, Regal oder einem Schrankfach ist schnell umgesetzt und deutlich günstiger als der Anruf beim Schlüsseldienst, sollte man seinen Schlüssel verlegt oder gar verloren haben. In der Nähe der Haustür lässt sich der Schlüssel beim Kommen und Gehen auf diese Weise schnell ablegen oder greifen und du musst nicht in letzter Sekunde noch auf Schlüsselsuche gehen. Auch für die Handtasche und Post solltest du Flächen festlegen, damit du immer weißt, wo du was findest. So vermeidest du auch, dass du deine Hand- oder Aktentasche auf dem Boden platzieren musst, die schnell zur Stolperfalle werden kann. Auch für Gäste ist es praktisch, wenn sich eine freie Fläche für Mitbringsel, die Handtasche oder das Handy beim Hereinkommen finden lässt, während sie sich von Jacken und Schuhen befreien. Als Ablage bieten sich verschiedenste Möbel an: ganz klassisch deponierst du alltägliche Dinge auf Sideboards und Kommoden. Du kannst auch Hängeboards, Konsolentische oder offene Regalbereiche deines Schranks nutzen. Ein kleiner Hocker kann grundsätzlich ebenso als Ablagefläche für deine Handtasche oder Jacke dienen.

4. Kein Sitzplatz im Flur

X Jacke, Tasche und Mitbringsel von den Freunden haben ihren Platz beim Hereinkommen gefunden. Alles ist untergebracht und der fröhliche Abend kann beginnen. Später am Abend fällt dann auf: eine Sitzmöglichkeit zum Schuhe anziehen fehlt! Während man selbst vielleicht gelenkig genug ist, seine Schuhe im Stehen zu binden oder auch mit lässigem Anlehnen am nächsten Türrahmen die Prozedur leicht meistert, sollten Gäste nicht dazu gezwungen werden, sich erst auf dem Boden niederzulassen oder schlimmstenfalls beim Schuhe binden den Rücken zu verdrehen.

Wer beim Anziehen seiner Schuhe etwas wackelig auf den Beinen ist oder einfach gerne bequem sitzen möchte, kommt an einem Sitzplatz in Form eines Hockers oder einer Bank nicht vorbei. Und sei dir sicher, auch deine Gäste werden es dir danken, wenn sie sich die lustigen Verrenkungen sparen können. Holzbänke, mit Stoff bezogene Hocker oder Sitzmöbel in kontrastreichen Farben – du hast auch bei diesem Möbel viele Möglichkeiten deinem Stil treu zu bleiben. Wenn du sehr knappen Platz im Flur hast und diesen größtenteils schon für deine Schuhe und Kleidung eingeplant hast, bietet es sich außerdem an, das Sitzmöbel mit einer Stauraumlösung zu kombinieren.

5. Zu wenige oder falsche Lichtquellen

X Flure sind in Wohnungen häufig fensterlos und eher schmal, in Häusern gibt es zwar meist Fenster für eine natürliche Lichtquelle, aber auch diese ist erfahrungsgemäß nicht ausreichend, um den gesamten Flurbereich vernünftig auszuleuchten. Und spätestens am Abend oder frühen Morgen versagt die natürliche Lichtquelle namens Sonne ohnehin ihren Dienst und Lampen im Flur werden unabdingbar. Eine kleine Lampe in der Mitte oder am Ende des Flurs reichen in diesem Moment zwar aus, um einmal durch den Flur zu huschen und in einem der anderen Räume zu verschwinden. Für den letzten Blick in den Spiegel vor Verlassen der eigenen vier Wände wirkt die kleine Leuchte aber wenig erhellend. Sie sorgt in der Mitte des Flurs für dämmriges Licht, lässt in den Ecken des Eingangsbereiches dunkle Schatten entstehen und die richtige Jacke nur durch Ertasten heraussuchen. Grundsätzlich neigt man dazu den Eingangsbereich nicht sonderlich wohnlich und atmosphärisch auszuleuchten, wie man es etwa im Wohnzimmer tut.

Eine Erleuchtung wohnlicher Art erfährst du, indem du unterschiedliche Lichtquellen kombinierst und so auch in den Abend- und Morgenstunden ohne natürliche Lichtquelle findest, was du suchst. Die Kombination unterschiedlicher Lampen und Lichtquellen hilft dabei, die perfekte Ausleuchtung für den passenden Moment und Zweck zu bieten. Eine helle Deckenleuchte ist perfekt zum Aufräumen oder Saubermachen. Kleinere und wärmere Lichtquellen, positioniert auf den zuvor genannten praktischen Ablageflächen, spenden indirektes oder gedämpftes Licht und geben dem Flur Tiefe und helfen beim Gliedern verschiedener Zonen – Eingang, Spiegel und Sitzmöglichkeit kannst du individuell ausleuchten. Ein Windlicht auf der Ablage oder dem Boden heißt jeden Besucher herzlich willkommen.

Zarte und warme Wandleuchten sind vor allem dann praktisch, wenn keine weitere Abstellfläche für Leuchtmittel vorhanden ist. Für lange Flure sollte die Beleuchtung so gewählt werden, dass die gesamte Raumlänge beleuchtet wird. Dies kann zum Beispiel durch LED-Spots oder lange Deckenleuchten mit verstellbaren Deckenstrahlern ermöglicht werden. Kleiner Helfer für eine bessere Beleuchtung ist außerdem der Spiegel an Wand oder Schrank – durch die Reflektion von Tageslicht oder Lampenlicht wird der Raum erhellt und zusätzlich optisch vergrößert. Verspielte Lichterketten um einen Spiegel oder Türrahmen können Wärme und Gemütlichkeit besonders in Momenten, in denen das helle Licht der Decken- oder Wandbeleuchtung nicht benötigt wird, versprühen. Oder wie wäre es als kleines Highlight mit einem Schriftzug als Lampe? Du siehst – mit einem richtigen Lichtkonzept wird der Flur gleich um einiges wohnlicher!


Bilder: Quelle – unsplash.com und deinSchrank.de