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Raum ausmessen: So misst du den Platz für deine Möbel richtig

In unserem Online-Konfigurator kannst du Schränke, Regale und Co. exakt nach deinen Wunschmaßen planen. Doch dafür gilt es zunächst, das richtige Maß für die Möbel zu ermitteln. Hierbei kommt es nicht nur auf die geeigneten Messwerkzeuge an, sondern auch auf den korrekten Umgang mit ihnen. Wir zeigen dir, wie du mit Maßband, Zollstock und Laser jeden Raum ausmessen kannst.

Möbel und Räume mit dem Zollstock ausmessen

Die zentrale Aufgabe beim Vermessen von Räumen oder Möbeln ist das Ermitteln von Strecken. Dabei kann es sich um Längen von wenigen Millimetern oder Zentimetern bis hin zu mehreren Metern handeln – je nachdem ob du kleine Nischen oder gleich ein komplettes Zimmer einrichten möchtest. Abhängig von der Länge kommen unterschiedliche Messwerkzeuge in Frage. Das wohl bekannteste von ihnen ist der Zollstock, der auch Gliedermaßstab genannt wird. Du findest ihn in jedem Baumarkt, wobei es jedoch selbst bei diesem scheinbar einfachen Messinstrument deutliche Qualitätsunterschiede gibt.

Hochwertige Zollstöcke aus Weißbuche, Aluminium oder Kunststoff verfügen über Federgelenke, die enge Toleranzen ermöglichen und damit besonders genau sind. Die Qualität der Federgelenke bestimmt zudem die Lebensdauer des Zollstocks. Eine Eichmarkierung am Anfang der Maßeinteilung gibt Auskunft über die Messtoleranz.

 

Messgenauigkeit von Zollstöcken

Für eichbare Zollstöcke gilt eine Messtoleranz der Klasse III. Die erlaubte Toleranz liegt also bei:

• Plus/minus 1 mm bei 1 m Länge
• Plus/minus 1,4 mm bei 2 m Länge
 

Zollstock richtig verwenden

Entscheidend für das richtige Vermessen von Räumen und Möbeln ist nicht nur die Auswahl des Messgerätes, sondern auch die korrekte Verwendung. Bitte benutze deinen Zollstock nicht als Flaschenöffner oder um Nägel in die Wand zu schlagen – eine unsachgemäße Verwendung kann ihn beschädigen und unbrauchbar machen. Die Gelenke zwischen den Gliedern müssen stets sauber und eingerastet sein. Achte zudem darauf, dass alle Glieder beim Messen ausgeklappt sind, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

 

Muss dein Zollstock beim Raum-Ausmessen eine längere Strecke in der Luft überbrücken? Dann drehe ihn einfach hochkant, damit er nicht durchhängt.

 

Bei der Einrichtung von Nischen mit passenden Kommoden ist genaues Maßnehmen ein Muss.

 

Raum ausmessen mit dem Rollbandmaß

Ein anderes beliebtes Hilfsmittel zum Vermessen kurzer Distanzen ist das Maßband. Dieses kann am Boden aufgelegt oder zwischen den Messpunkten aufgespannt werden. Rollbandmaße haben häufig eine größere Reichweite als Zollstöcke, die klassischerweise nur bis zu 2 Meter lang sind. In der Regel sind die Maßbänder außerdem etwas präziser, denn für sie gilt häufig eine Messtoleranz der Klasse II. Das heißt:

• Plus/minus 0,7 mm bei 2 m
• Plus/minus 0,9 mm bei 3 m
• Plus/minus 1,3 mm bei 5 m
 

Rollbandmaß richtig verwenden

Auch Rollbandmaße lassen sich hängen, wenn sie zu lang ausgezogen werden. Bei längeren Strecken ist es deshalb hilfreich, wenn eine zweite Person das Ende festhält und das Band straffzieht. Einige lange Rollbandmaße haben zudem am Anfang oft einen Ring, der an der Messstelle eingehängt werden kann, während die kleineren Taschen-Versionen meist einen verschiebbaren Endhaken besitzen.

Möchtest du nicht einen ganzen Raum ausmessen, sondern zum Beispiel den Umfang einer Säule messen, aber hast gerade kein geeignetes Rollbandmaß zur Hand? Eventuell wirst du im Nähkästchen fündig, zu dessen Grundausstattung standardmäßig ein Maßband gehört. Dieses ist wahrscheinlich nicht geeicht, dürfte aber für die meisten Messungen ausreichend sein. Testweise kannst du das Maßband neben einem geeichten Zollstock ausrollen, um die Unterschiede zu messen. Solltest du kein Maßband in irgendeiner Form haben, kannst du notfalls auf eine einfache Schnur zurückgreifen. Lege diese um den auszumessenden Gegenstand und markiere die Stelle, wo das Ende auf den Rest der Schnur trifft. Anschließend misst du die Schnur mit einem Zollstock ab.
 

Deinen Raum ausmessen mit Laser

Laser-Entfernungsmesser haben oft eine Messgenauigkeit von plus/minus 2 mm. Damit sind Zollstock und Maßband auf kürzeren Strecken präziser als der Laser. Dieser trumpft aber bei längeren Strecken auf, da seine Messgenauigkeit stets konstant bleibt. Daher kommt diese Art von Messgerät weniger beim Bau von Kleinmöbeln und anderen kleinteiligen Handwerkstätigkeiten zum Einsatz – beim Ausmessen von Räumen oder im Außenbereich ist er aber unschlagbar.


Die Laser-Messung kann helfen, den Raum über einer Tür einzurichten.

 

Wie funktioniert ein Laser-Entfernungsmesser?

Das Raum-Ausmessen erfolgt über einen gebündelten Laserstrahl, der ausgesendet und von der Oberfläche, auf die er trifft, zurückgeworfen wird. Ähnlich wie bei einem Ultraschall-Entfernungsmesser wird dieses zurückgeworfene Signal ausgewertet. Temperatur, Wind und sogar Hindernisse im Raum stören die Messung in der Regel nicht, da der Laserpunkt an der zu messenden Position genau erkennbar ist.

Neben der konstanten Messgenauigkeit ist die unkomplizierte Verwendung ein wesentlicher Vorteil des Lasers. Ohne zusätzliche Hilfsmittel können Messungen auch über längere Strecken durchgeführt werden, zum Beispiel in schwer zugänglichen Räumen oder im Außenbereich. Durch eingebaute Rechenfunktionen lassen sich zudem Einzelmessungen auf Knopfdruck addieren.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Laser in der Lage sind, Längen durch indirekte Messung zu ermitteln. Dazu lässt sich der berühmte Satz des Pythagoras ( a^{2} + b^{2} = c^{2} ) nutzen. Praktisch angewandt bedeutet das: Zuerst ermittelst du die Entfernung vom Messpunkt zur unteren Kante der Wand. Anschließend richtest du das Messgerät von derselben Position auf die obere Stelle aus und löst die Messung aus. Das Gerät errechnet dann aus den beiden Messungen die dritte Strecke. Diese Funktion kannst du nutzen, um die Länge einer Strecke zu ermitteln, die du nicht direkt messen kannst – zum Beispiel bei hohen Türen oder verwinkelten Räumen.
 

Unterschiedliche Arten von Laser-Entfernungsmessern

 
Kreuzlinienlaser: Ein Kreuzlinienlaser wirft die Strahlen des Laserlichts in senkrechter und waagerechter Form an die Wand, wodurch sich sehr präzise Anzeichenlinien ergeben. Diese kannst du zum Beispiel nutzen, wenn du Hängeschränke in deiner Küchenzeile anbringen möchtest. Dafür sollte der Kreuzlinienlaser auf einem stabilen Stativ angebracht werden.

Rotationslaser: Ein Rotationslaser kann seinen Laserstrahl in alle Richtungen strahlen lassen. Da er sich dabei immer genau an der Horizontalen ausrichtet, eignet er sich perfekt zum Nivellieren. So lassen sich zum Beispiel Mauern, Geländer oder Hecken ganz einfach auf ein identisches Höhenmaß bringen.

Jetzt bist du dran: Rüste dich mit Zollstock, Maßband oder Laser-Messgerät aus, um die Maße deines Zuhauses und deiner neuen, individuell konfigurierten Möbel zu bestimmen. Vergiss außerdem nicht Stift und Notizblock, um die Messergebnisse festzuhalten. Unsere Aufmaßanleitungen helfen dir dabei, das Aufmaß für Schränke, Regale und mehr korrekt zu nehmen.

 


Bilder: Quelle – deinSchrank.de, pixabay.com