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Ledermöbel pflegen: So verlängerst du ihre Lebensdauer

Ledermöbel sind etwas Besonderes. Nicht nur, dass sie elegant und edel wirken, sie verwandeln sich auch im Laufe der Jahre in absolute Unikate, denn jedes Stück wird unterschiedlich beansprucht und nimmt daher eine ganz eigene Färbung an. Um diese einmalige Schönheit dann aber auch zu erhalten, musst du deine Ledermöbel pflegen. In diesem Artikel erfährst du, wie du das machst und dabei Flecken und Schäden vermeidest.

Wichtig: Ledermöbel erst reinigen, dann pflegen

Das neue Echtledersofa ist schmutzig geworden? Dann solltest du am besten sofort handeln. Trage zur Reinigung einen milden Lederreiniger auf einen Schwamm oder ein Tuch auf. Reibe damit dann sanft über die verschmutzte Stelle, und der Schmutz wird von dem Tuch oder Schwamm aufgenommen. Übrigens: Muss das gesamte Ledermöbel gereinigt werden, solltest du es vorab gründlich absaugen, damit eventuell vorhandene Krümel keine Schäden verursachen.

Wenn die Verschmutzung hartnäckiger ist, empfehlen wir dir einen stärkeren Reiniger, um dein Ledermöbel zu säubern – in Kombination mit einer weichen Bürste. Einen solchen Reiniger solltest du im Idealfall zuerst an einer unauffälligen Stelle des Möbelstücks testen. Achte darauf, dass der Reiniger für deine Lederart auch geeignet ist: Hier wird bisweilen zwischen Pflegeprodukten für Glatt- und solchen für Rauleder unterschieden.

Ältere Sofas oder Hocker kannst du regelmäßig mit einem Staubsauger oder einer weichen Bürste oberflächlich reinigen. Wurden so die gröberen Verschmutzungen entfernt, ist es empfehlenswert, einen Reiniger aufzutragen. Dabei solltest du dich langsam vorarbeiten, also immer kleine Flächen reinigen und den Schmutz sofort aufnehmen, anstatt das ganze Sofa zunächst großzügig einzuschäumen.

Nach der Reinigung die Ledermöbel pflegen

Leder richtig zu behandeln, ist etwas anderes, als Polstermöbel zu pflegen. Denn während Polstermöbel eine Pflege genau dann brauchen, wenn besondere Schäden oder Verschmutzungen aufgetreten sind, wird Leder stattdessen mit der Zeit ganz von selbst trocken und rissig. Deswegen solltest du unabhängig von Verschmutzungen etwa zweimal im Jahr deine Ledermöbel pflegen – zum Beispiel mit einem Lederöl oder mit einer Ledermilch. Wenn das Leder besonders hell ist, empfehlen wir dir außerdem, in den ersten drei Jahren Versiegelungsmittel zu nutzen. Damit wirkst du dem Abfärben von Kleidung auf das Leder entgegen. Achte auch hier unbedingt darauf, dass die Lederpflege zu deiner Art von Leder passt: Möchtest du schwarze Ledermöbel pflegen, brauchst du unter Umständen andere Produkte als zur Behandlung von weißem Leder.

Wann es an der Zeit ist, die Ledermöbel zu pflegen? Der Eindrück-Test verrät es dir!

Du bist dir nicht sicher, ob deine Möbel aus Leder bereits Pflege brauchen? Drücke einfach mal mit dem Finger in das Leder hinein. Wenn sich keine Falten bilden, ist die Pflege noch nicht nötig. Bilden sich allerdings Falten und geht das Leder nur langsam und unregelmäßig wieder zurück in seinen Ausgangszustand, ist das ein Zeichen dafür, dass das Leder zu trocken ist. Nun solltest du deine Ledermöbel unbedingt pflegen, sonst könnten sich bald schon Risse bilden. Übrigens stellst du dein Ledersofa am besten so auf, dass es keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist. Auch damit trägst du dazu bei, die Lebensdauer des Leders zu verlängern.

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Profi-Tipps: Schäden beheben und Farbe auffrischen

Das Leder ist bereits brüchig und rissig geworden? Dann solltest du deine Ledermöbel pflegen, indem du mit einem Tuch oder Schwamm sparsam etwas Lederfett aufträgst. Das Fett sollte dann bis zu zwei Tage lang einziehen. Das überschüssige Fett kannst du mit einem trockenen Tuch entfernen. Vorsicht: Während der Einwirkzeit solltest du das Leder nicht berühren, sonst gibt es Fettflecken!
Wenn das Reinigen und Pflegen deiner Ledermöbel nicht mehr ausreichen, um sie wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, ist es an der Zeit, die Farbe aufzufrischen. Dabei ist es wichtig, das Material nach der Reinigung zunächst zu entfetten. Dazu kannst du Reinigungsbenzin verwenden. Schau dir das Material auch noch einmal genau an: Wenn es größere Schäden, Risse oder Löcher aufweist, sollten diese vorher behandelt werden. Du kannst mit einem feinen Leder-Schleifpapier die Unreinheiten glattschleifen. Die Brüche sollten dann noch mit Flüssigleder geschlossen werden.
Achtung: Immer wieder kommen Menschen auf die Idee, braune und schwarze Ledermöbel zu pflegen, indem sie Schuhpflegeprodukte verwenden. Diese sind jedoch für die Pflege oft völlig ungeeignet, da sie leicht abfärben können. Nutze stattdessen spezielle Farbauffrischer für Leder. Nach der Färbung solltest du ein Pflegemittel auftragen oder direkt ein tönendes Pflegemittel verwenden. Die Farbe beziehungsweise Pflege wird mit einer Bürste aufgetragen und nach der Trockenzeit mit einem Tuch aufpoliert.

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Ledermöbel mit Hausmitteln pflegen

Grundsätzlich kannst du deine Ledermöbel reinigen, ohne einen chemischen Reiniger zu verwenden – zumindest, wenn das Leder nicht allzu stark verschmutzt ist. Verwende dafür destilliertes Wasser – kein Leitungswasser! – und eine milde, neutrale Seife.

Hausmittel, mit denen du Ledermöbel pflegen kannst, sind Vaseline, Kokosöl und fetthaltige Feuchtigkeitscreme. Je nach Ledertyp besteht aber immer das Risiko, dass das Hausmittel für die Pflege deiner Ledermöbel nicht zu 100 % geeignet ist. Teste das jeweilige Mittel daher immer erst an einer unauffälligen Stelle des Möbelstücks.

Nun weißt du, wie du deine Ledermöbel richtig pflegen kannst. In unseren anderen Artikeln zeigen wir dir außerdem, wie du Textilien und Polstermöbel pflegen und reinigen kannst und was es zur Geschichte des Leders zu sagen gibt.

Bilder: Quelle – deinSchrank.de