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Expertenwissen

Treppenlift: mobil im eigenen Zuhause

Lesedauer: 2 Minuten

Ein Treppenlift erschließt Etagen, die der Bewohner eines Hauses nicht mehr aus eigener Kraft erreichen kann. Für Menschen mit Gehbehinderungen oder altersbedingten Einschränkungen kann ein Treppenlift damit der entscheidende Faktor sein, der ein Leben im selbst gewählten Zuhause weiterhin möglich macht. Nicht selten schrecken die hohen Kosten für einen Treppenlift jedoch ab – allerdings gibt es mehrere Finanzierungsmöglichkeiten, die wir dir hier vorstellen.

Diese Vorteile hat ein Treppenlift

Wenn bereits absehbar ist, dass aufgrund hohen Alters oder einer Behinderung eine Treppe zum Hindernis werden kann, ist es natürlich sinnvoll, von Anfang an barrierefrei zu bauen. Doch eine Bewegungseinschränkung kann auch aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit plötzlich eintreten. Alte Menschen haben außerdem oft schon Jahrzehnte im selben Haus gewohnt und sehen sich erst jetzt mit Schwierigkeiten beim Treppensteigen konfrontiert.

Der größte Vorteil, den ein Treppenlift mit sich bringt, ist also, dass Menschen weiterhin selbstbestimmt in ihrem Zuhause wohnen können. Oftmals bleibt als Alternative nur ein Umzug in eine kleinere Wohnung oder gar ein Pflegeheim. Psychisch ist der Aspekt der Selbstbestimmung aber extrem wichtig: Ein Treppenlift gibt Mobilität und Selbstvertrauen zurück – Werte, die über die seelische Ebene hinaus auch zum körperlichen Wohlbefinden beitragen können.

Auch die Sturzgefahr wird mithilfe eines Treppenlifts deutlich reduziert. Das entlastet auch Angehörige, die sich dadurch weniger um die Betroffenen sorgen müssen.

Wie hoch sind die Kosten für einen Treppenlift?

Die Preise für Treppenlifte beginnen im niedrigen vierstelligen Bereich und können je nach Art des Treppenlifts bis zu rund 20.000 € betragen. Abhängig sind die Kosten von folgenden Faktoren:

• Art des Treppenlifts: Gewöhnliche Sitztreppenlifte sind die günstigsten Modelle. Soll der Treppenlift einen Rollstuhl transportieren können, ist dazu ein Plattform- oder Hublift notwendig, der deutlich teurer ist.
• Zustand des Lifts: Die Preise für neue Treppenlifte sind höher als für gebrauchte Modelle.
• Beschaffenheit der Treppe: An geraden Treppen können Treppenlifte unkompliziert angebracht werden. Die Kosten, um einen Treppenlift an einer geschwungenen oder raumsparenden Treppe anzubringen, sind höher.
• Tragfähigkeit der Wände: Müssen diese erst verstärkt werden, fallen höhere Kosten an.
• Gewünschten Funktionen und Qualität: Marken haben in der Regel ihren Preis – auch bei Treppenliften.

Einen einfachen Treppenlift für eine gerade Treppe kann man schon für rund 3.000 € erwerben. In den Kosten für einen Treppenlift sind in der Regel der Sitz, der Antrieb, eventuelle Sicherheitsgurte, die Schienen und eine Fernbedienung bereits enthalten. Kosten für die Montage können eventuell zusätzlich anfallen.

Bezahlt die Krankenkasse einen Treppenlift?

Pflegebedürftige Personen haben Anspruch auf einen Zuschuss für „Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds“. Die Voraussetzung ist aber, dass eine Pflegebedürftigkeit tatsächlich von der Pflegekasse anerkannt wurde, dass also die Person einen entsprechenden Pflegegrad erhalten hat. Der Zuschuss kann bis zu 4.000 € betragen. Streng genommen ist es nicht die Krankenkasse, die den Treppenlift bezuschusst, sondern die Pflegekasse – diese ist jedoch der Krankenkasse angegliedert und damit auch unter derselben Adresse erreichbar.

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, die Kosten für einen Treppenlift teilweise erstattet zu bekommen. Zum Beispiel bietet die Förderbank KfW den Zuschuss „Altersgerecht umbauen“ an und bezuschusst einen solchen Umbau mit 10 % bis zu einer Höhe von 5.000 €. Auch günstige Kredite stehen zur Verfügung.

Wenn die Bewegungseinschränkung, die den Einbau des Treppenlifts notwendig macht, durch einen Unfall entstanden ist, kommt eventuell auch die eigene Unfallversicherung oder die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners für die Kosten auf.

Tipp: Gerade bei Bewegungseinschränkungen ist es sinnvoll, die Wohnung insgesamt mit Möbeln nach Maß auszustatten. Regale, Sideboards oder Schränke können so an die Reichweite des Betroffenen angepasst werden, damit dieser sich möglichst ohne Hilfe in seinem Zuhause versorgen kann.

Bilder: Quelle – pixabay.com