quast-tapezieren-tapezierpinsel-auf-einer-leiter
Bauen

Tipps fürs Tapezieren: So gelingt‘s!

Vielleicht hast du als Kind auch mal deinen Eltern beim Tapezieren zugeschaut und den Eindruck gewonnen, es handele sich dabei um eine ziemlich komplizierte Wissenschaft. Mittlerweile weißt du bestimmt: So umständlich ist das eigentlich gar nicht. Mit unseren Tipps wird das Tapezieren (fast) zum Kinderspiel, insbesondere wenn du dich für moderne Tapetenarten wie etwa die Vliestapete entscheidest. Außerdem erfährst du, welche Fehler du beim Tapezieren vermeiden solltest.

Tapezieren für Anfänger: Mit diesen Tipps gelingt’s

Der vielleicht größte Fehler beim Tapezieren ist die mangelnde Vorbereitung des Untergrunds. Diese mag zwar umständlich sein, aber der Aufwand lohnt sich: Je gründlicher die Vorbereitung ist, desto schöner wird auch das Ergebnis. Alte Tapete muss zuerst entfernt werden – bei Papiertapeten bedeutet das, dass diese perforiert und dann gründlich eingeweicht werden müssen, bevor du sie von der Wand kratzen kannst.

Anschließend werden Bohrlöcher und Risse sorgfältig verschlossen, zum Beispiel mit Gipsspachtelmasse. Putz solltest du vor dem Tapezieren mit einer dünnen Kleistermischung bedecken, damit die Tapete anschließend besser haftet. Befindet sich noch Farbe auf den Wänden? Auch diese muss entfernt werden.

Je nach Tapetenart bringst du nun den Kleister auf die Wand oder auf die Tapete auf. Sei dabei großzügig, denn wenn genug Kleister vorhanden ist, kannst du die Tapete auf der Wand noch nachjustieren. Ein weiterer häufiger Fehler beim Tapezieren: Der Kleister passt nicht zur Tapete. Für Papier-, Vlies- und Raufasertapeten gibt es jeweils bestimmte Kleisterarten. Lass dich im Fachmarkt beraten, wenn du unsicher bist.

Ein besonders guter Tapezier-Tipp für Anfänger: Verwende eingefärbten Kleister. Dann siehst du genau, wo die Wand (bzw. Tapete) bereits ausreichend bedeckt ist und wo noch Kleister fehlt.

Wie viel Tapete brauche ich zum Tapezieren? Tipps zur Berechnung

Eine Standardtapetenrolle reicht für circa 5 Quadratmeter Wand, denn sie hat exakt die Maße 53 cm mal 10,05 m. Die benötigte Fläche berechnest du, indem du den Umfang deines Zimmers mit dessen Höhe multiplizierst. Die Flächen, die für Fenster und Türen anfallen, rechnest du nicht aus dem Ergebnis heraus – so hast du direkt eine kleine Reserve.

Wichtiger Tipp zum Tapezieren mit Mustertapeten: Hier musst du auf jeden Fall den sogenannten „Rapport“ berücksichtigen. Dabei handelt es sich um die Höhe des sich wiederholenden Musters – die Angabe findest du meist auf dem Etikett der Rolle. Den Rapport musst du in die Berechnung mit einbeziehen, damit am Ende alles gleichmäßig aussieht. Somit brauchst du mehr Rollen als bei Tapeten ohne Muster.

Noch ein Tipp für das Tapezieren mit Raufaser: Raufasertapetenrollen sind oft deutlich länger als Papier- oder Vliestapetenrollen. Achte daher genau auf die Beschreibung.

Welche Tapetenarten gibt es?

Aus Kindheitstagen kennen die meisten von uns die einfache Papiertapete. Diese gibt es in zahlreichen Stärken und Designs. Fürs Kinderzimmer zum Beispiel stehen viele farbenfrohe Muster zur Auswahl. Als Faustregel gilt hier: Je fester das Papier, desto besser die Qualität. Papiertapeten müssen mit Kleister eingeweicht werden, bevor du sie auf der Wand anbringst. Dabei ist es wichtig, die Einwirkzeit wirklich einzuhalten, denn eine zu kurze Einwirkzeit führt zu Blasen unter der Tapete.

Die moderne Vliestapete hat gegenüber der Papiertapete viele Vorteile und ist daher ein toller Tapezier-Tipp für weniger Erfahrene. Sie ist annährend reißfest und kaschiert Unebenheiten und Risse. Der Kleister wird auch nicht auf die Tapete, sondern direkt auf die Wand aufgetragen. Anschließend bringst du die Tapete an und streichst sie von der Mitte ausgehend nach oben und unten glatt. Da die Vliestapete imprägniert ist, ist das Tapezieren sogar in Bad und Küche möglich.

Beliebt ist auch Raufasertapete. Diese besteht aus Holzfasern, die zwischen Papierschichten eingearbeitet werden. Dadurch entsteht eine ästhetische Struktur, mit der du deine Wände verschönern kannst. Sie sollte allerdings im Anschluss überstrichen werden – selbst dann, wenn die Wände weiß bleiben sollen.

Suchst du neben Tipps zum Tapezieren noch weitere Ideen für die Gestaltung deiner Wände? Dann schau dir doch unseren Artikel zum Thema Wohnraumfarben an!

Bilder: Quelle – pixabay.com