Bauen

Die größten Kostenfallen beim Hausbau

Die Baukosten für ein Eigenheim bestehen aus verschiedensten Posten. Um den Überblick nicht zu verlieren, ist es wichtig, sich vor dem Hausbau gut mit der Baufinanzierung auseinanderzusetzen. Denn die Baukosten beinhalten nicht nur die reinen Kosten für das Haus, sondern auch die Baunebenkosten, die nicht zu unterschätzen sind und für die ein ausreichender Puffer eingeplant werden sollte. Im folgenden Ratgeber haben wir dir ein paar typische Kostenfallen aufgelistet, auf die du beim Hausbau nicht hereinfallen solltest.

1. Kostenfalle: Nebenkosten beim Grundstückskauf nicht berücksichtigen

Der Irrglaube, mit einem schlüsselfertigen Haus alle Kosten abzudecken, ist weit verbreitet. Die Angebote beinhalten jedoch nur in den seltensten Fällen auch die Kaufnebenkosten. Diese entstehen durch den Kauf des Grundstücks, unabhängig davon, ob man dort dann baut oder nicht. Sie betragen ca. 5 bis 13 Prozent der Erwerbskosten des Grundstücks und verteilen sich auf die Grunderwerbssteuer, die Notargebühren, die Gebühren für den Grundbucheintrag und die Maklerprovision. Die Baunebenkosten beim Grundstückskauf, bei der Vorbereitung und beim Hausbau selbst sind die gefährlichsten Kostenfallen. Deshalb ist es gut, sich über die Nebenkosten zu informieren und sie von Anfang an in die Kalkulation einfließen zu lassen.

2. Kostenfalle: Eigenleistung überschätzen

Die nächste Kostenfalle beim Hausbau ist das Überschätzen der Eigenleistung, die man erbringen kann. Im Durchschnitt investieren Laien rund 1.000 bis 2.000 Arbeitsstunden in ein Ausbauhaus, bevor es bezugsfertig ist. Ein Hausbau ist anstrengend und neben dem Beruf oder der Kinderbetreuung sind die Kapazitäten, auf der Baustelle zu arbeiten, begrenzt. Hinzu kommt, dass viele Tätigkeiten für einen Laien ohne handwerkliches Geschick oder technisches Verständnis nicht so leicht auszuführen sind und gerade bei abnahmepflichtigen Arbeiten in jedem Fall Experten gefragt sind. Das führt dazu, dass Arbeiten viel länger dauern als ursprünglich geplant. In manchen Fällen verschiebt sich dadurch der gesamte Bauplan nach hinten.
Bedenkt auch, dass ihr für jeden weiteren Monat, den ihr nicht in eurem neuen Haus wohnen könnt, weiterhin Miete zahlen müsst. Verzögert sich der Bau um mehrere Monate, können das durchaus große Summen sein, die zu den Baukosten hinzukommen.

3. Kostenfalle: Nebenkosten in der Bauphase unterschätzen

Während die zu erbringende Eigenleistung oft überschätzt wird, werden die Nebenkosten beim Hausbau oft unterschätzt. Das Problem: Hausherren verlassen sich häufig nur auf Werbeangebote, die eine Kostenfalle beim Hausbau sein können. Denn bei diesen Angeboten werden die Nebenkosten, die beim Hausbau anfallen, meist nicht aufgeführt. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Gebühren für die Baugenehmigung, die Planungskosten für Bausachverständige, die Versicherungsgebühren und die Kosten für die Rechtsberatung.
Die vermutlich größten Punkte auf der Liste der Nebenkosten sind die Anschlüsse an das Wasser- und Abwasser-, Gas-, Strom- und Telefonnetz. Außerdem kostet der Ausbau der Außenanlagen Geld. Das Minimum ist in der Regel ein befestigter Weg und gegebenenfalls ein Zaun. Zusätzlich sollte noch ein wenig Geld für die Bepflanzung und eine Garage, ein Carport oder der Balkonausbau – zum Beispiel mit gemütlichen Outdoor-Dielen – eingeplant werden. Die Kosten für die Außenanlage beziffern sich damit schnell auf 15.000 bis 20.000 Euro.

4. Kostenfalle: Falsche Budgetplanung

Plant ihr zu wenig Geld ein, wenn ihr ein Haus bauen wollt, könntet ihr während der Fertigstellung in Zahlungsschwierigkeiten geratet. Habt ihr euch verkalkuliert und den Kredit zu klein bemessen, müsst ihr eure Kreditgeber gegebenenfalls um mehr Geld bitten. Im schlimmsten Fall wird ein weiterer Kredit nicht gewährt und das Haus kann auf unbestimmte Zeit nicht fertiggestellt werden.
Gewährt eure Bank euch doch einen weiteren Kredit, erhaltet ihr ihn bei Nachverhandlungen oft zu deutlich schlechteren Konditionen. Um dieser Kostenfalle beim Hausbau zu entgehen, empfiehlt es sich, von Anfang an direkt etwas großzügiger zu kalkulieren.