Vier klassische Plastic Chairs von Eames
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Einrichtungsstil: Vintage

Der Vintagestil boomt, und das nicht erst seit gestern. Händler mit (scheinbaren) Vintage-Möbeln sprießen wie Pilze aus dem Möbelmarkt, in Wohnzeitschriften ist Vintage ein Dauerbrenner und meine beste Freundin betitelt ihre neu erworbene Tasche per se als „echt vintage“. Doch was bedeutet Vintage überhaupt? Und wo ist der Unterschied zum verwandten „Shabby Chic“? In diesem Beitrag geben wir euch einen kleinen Überblick über das Trendthema und versuche die Faszination Vintage greifbar zu machen. Außerdem stellen wir euch bekannte Vintage-Designer vor und geben Tipps, wir ihr euer Zuhause stilvoll mit Vintage Möbeln einrichten könnt – und wo ihr diese am besten kauft.

Was sind Vintage-Möbel?

Der Begriff „vintage“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „hervorragend“, „altehrwürdig“, „alt“ oder „erlesen“. Und genau das sind Vintage-Möbel auch: Originale, gebrauchte Design-Möbel aus den 1920ern bis zu den 1970ern, die deutliche Gebrauchsspuren aufweisen und oftmals in Manufakturen hergestellt wurden. Heute sind diese Möbelklassiker vor allem aus den Richtungen Jugendstil, Art Déco, Bauhaus, Industriedesign und dem sogenannten „skandinavischen Design“ beliebt.

Vintage-Möbel haben ihren Reiz

Vintage-Möbel zeichnen sich durch das Unperfekte aus: Der Zahn der Zeit hat deutlich seine Spuren hinterlassen, die Farben sind verblasst und die Patina ist auf natürliche Weise entstanden. Diese Möbel haben eine Geschichte zu erzählen! Zudem sind sie oft nur in limitierten Bauserien hergestellt worden, was den Sammelreiz ausmacht.

Vintage-Möbeln haben ein zeitloses Design, das auch heute noch eine gute Figur macht und sich über die Jahre bewährt hat. Auch stecken oft echte Handarbeit, hochwertige Materialien und eine ausgezeichnete Verarbeitung in Vintage-Möbeln.

Vintage gleich Shabby?

Falsch! Vintage- und Shabby-Stil scheinen sich auf den ersten Blick zu ähneln, denn beide Stile zeichnen sich durch einen markanten Retrolook aus. Doch der Unterschied ist gewaltig: Wo Vintage-Möbel gealterte, authentisch restaurierte Klassiker sind, so kann man Möbel im Shabby Look als „billige Repliken“ betiteln. Denn Shabby-Möbel sind junge Möbelstücke, die künstlich auf alt getrimmt werden. Daher sind sie preislich oft zwar viel günstiger zu erwerben – besitzen aber meist nicht den Charme echter Klassiker.

Viele Möbel (sowie Accessoires und Kleidungsstücke) werden heute fälschlicherweise als vintage bezeichnet, nur um den Preis künstlich nach oben zu treiben. Wer also nicht auf eine billige Kopie oder sogar eine Fälschung reinfallen will, sollte sich vorher schlau machen, Preise vergleichen und auf eine gute Beratung setzen.

Die Wohnung im Vintage-Stil einrichten

Wer seine Wohnung mit alten Klassikern im Vintage-Look einrichten will, liegt voll im Trend und kann durchaus Stil beweisen – oder voll daneben greifen. Generell gilt: Falsch oder richtig gibt es nicht, sondern es muss einem selber gefallen. Doch zu viele alte Schmuckstücke unterschiedlicher Epochen und Stile, die wahllos nebeneinander platziert werden, verunstalten den Wohnraum und machen ihn schnell zu einem überladenen Museum. Am besten wirken die Klassiker in Kombination mit schlichten, modernen Möbeln. Warum nicht eine Gruppe Eames Chairs, gerne in verschiedenen Farben und mit sichtbaren Gebrauchsspuren, mit einem schlichten Tisch in Weiß kombinieren? Einzelne, auffällige Teile brauchen zudem genügend Raum, um ihre Wirkung zu entfalten. Ähnliche Stile, Farben oder Themen am besten in Gruppen zusammenstellen, um einen spannenden Look zu kreieren!

Möbel bekannter Designer kaufen

Einige der begehrtesten Vintage-Designer sind:

  • Alvar Aalto
  • Marcel Breuer
  • Le Corbusier und Charlotte Perriand
  • Charles und Ray Eames
  • Walter Gropius
  • Arne Jacobsen
  • Frank Lloyd Wright
  • Ludwig Mies van der Rohe
  • Verner Panton
  • Thonet
  • Wilhelm Wagenfeld

Wer Schätzchen von diesen Ikonen kaufen möchte, sollte am besten auf Flohmärkte, Second-Hand-Läden, Antikshops, Auktionshäuser, spezialisierte Händler und Online-Shops setzen. Ihr seht: Die Auswahl ist riesig. Mit etwas Geduld wird man also durchaus fündig. Ich selber habe erst vor kurzem die bekannte Jacobsen Schreibtischlampe auf unserem heimischen Flohmarkt ergattert – und das zu einem spitzen Preis. Und euch wünsche ich jetzt mit eurem neu erworbenen Hintergrundwissen eben so viel Erfolg beim Vintage-Shoppen!

Euer Niklas


Bilder: Quelle – unsplash.com