Tipps & Tricks

Textilpflege – Flecken und Gerüche entfernen

Flecken in Textilien können sich zu einem großen Ärgernis entwickeln, wenn du das richtige Gegenmittel nicht parat hast. Gerade bei Stoffen, die ohnehin schon sehr pflegebedürftig und anfällig sind, können Fett, Blut, Rotwein, Rost und vieles mehr daher dauerhaften Schaden anrichten – und wer versehentlich zum falschen Reiniger greift, könnte den Fleck sogar noch verschlimmern oder das Material beschädigen. Gar nicht so einfach also, die heimischen Vorhänge, Kleidungsstücke oder Möbelbezüge langfristig sauber und heile zu halten – ein Blick auf die folgenden Tipps und Tricks bringt jedoch Licht ins Dunkel und sorgt für schnelle Erste Hilfe im Textilien-Notfall.

Fleck ist nicht gleich Fleck

Da Flecken in der Regel sehr unterschiedlich zu behandeln sind, empfiehlt es sich, jeweils spezielle Fleckentferner zu verwenden. Neben dem Fleck an sich ist außerdem auch der Untergrund entscheidend, also beispielsweise Kleidung, Teppich, Polster oder andere Textilien. Wer schon einmal oder vielleicht sogar regelmäßig mit Flecken verschiedenster Art zu kämpfen hatte, der wird vermutlich bereits festgestellt haben, dass viele Hersteller und Putzmittel zwar so einiges bieten, ihre Versprechen allerdings nur sehr selten halten können – nicht umsonst kommen schließlich immer wieder neuere, „bessere“ Reiniger auf den Markt, die weitere verheißungsvolle Zusätze und letztendlich aber doch keinen spürbaren Unterschied bieten. Gerade aus diesem Grund macht es auch heutzutage noch Sinn, auf altbewährte Putzmittel und Tricks aus Großmutters Zeiten zurückzugreifen, zumal diese meist auch sehr viel günstiger daherkommen.

Grundsätzlich sollten außerdem einige einfache Regeln eingehalten werden, wenn es an das Waschen von Textilien und die Entfernung hartnäckiger Flecken oder Rückstände geht. Dazu gehört beispielsweise die Auswahl des richtigen Programms bei der Maschine, die Verwendung des richtigen Waschmittels oder die Zugabe bestimmter Stoffe, um ein noch besseres Ergebnis zu erhalten. Im Folgenden reden wir über die am häufigsten auftretenden Flecken und ihre jeweiligen Hausmittel für eine schnelle Problemlösung.

  1.  Fettflecken

Fettflecken kommen sehr häufig vor, die Behandlung unterscheidet sich allerdings dahingehend, ob der Fleck noch frisch oder schon eingetrocknet ist. Frische Fettflecken lassen sich eventuell noch aufsaugen, beispielsweise mit einer trockenen Kartoffelschale, die auf den Fleck gedrückt wird. Noch etwas besser funktioniert aber Kartoffelmehl, welches über den Fleck gestreut wird, einwirkt und dann mit einer Bürste ausgebürstet werden kann. Ist der Fleck hingegen bereits eingetrocknet, so muss er zunächst wieder verflüssigt werden. Dafür eignet sich eine Salzlauge, danach kann das Fett wie bereits zuvor mit Kartoffelmehl aufgesaugt und dann herausgebürstet werden.

  1. Rotweinflecken
Rotwein-Flecken entfernen
Rotwein ist dafür bekannt, nur sehr schlecht oder sogar gar nicht aus Textilien ausgewaschen werden zu können.

Gerade auf Feiern oder an einem gemütlichen Abend vor dem heimischen Fernseher kann es schnell passieren, dass ein paar Tropfen Rotwein ungewollt auf der Coach, dem Pullover oder dem Teppich landen. Die Entfernung solcher Flecken ist allerdings nicht immer ganz einfach und mitunter kann es vorkommen, dass einige Rückstände nicht mehr entfernt werden können. Als bestes Hausmittel gegen Rotwein eignet sich noch immer Salz, welches direkt auf den Fleck gegeben wird und die Feuchtigkeit aus dem Stoff saugt. Noch besser funktioniert diese Methode, wenn zuvor noch ein wenig Zitronensaft auf den Fleck gegeben wird. Sind die Flecken allerdings erst einmal tief im Gewebe oder schon getrocknet, so gestaltet sich die Reinigung schwierig. Hier können tatsächlich nur noch aggressive Bleich- und Reinigungsmittel etwas ausrichten.

  1. Blutflecken

Sind die Blutflecke noch sehr frisch, so lassen sich diese in der Regel am besten entfernen und zwar mit einfachem kalten Wasser oder noch besser Salzwasser. Dafür wird der Fleck aus dem Textil zunächst ausgewaschen, dann eingeweicht und schließlich mit Seife oder Flüssigwaschmittel behandelt. Eine weitere Methode ist außerdem der Einsatz von Speisestärke – der Fleck wird dafür einfach mit ihr bestrichen und etwas befeuchtet, dann wird die Stärke ein wenig trocknen gelassen und lässt sich abbürsten. Auch Kartoffelstärke funktioniert als Reinigungsmittel und wird vorher mit etwas Wasser gemischt.

  1. Ölflecken
Öl-Flecken entfernen
Schon auf der Auffahrt ist ein Ölfleck ein echtes Ärgernis, auf Textilien ist die Entfernung jedoch nochmals schwieriger.

Ölflecken sind verhältnismäßig hartnäckig, dennoch gibt es einige sehr gut geeignete Methoden, die die betroffenen Textilien wieder sauber machen können. Der vorsichtige Einsatz von Waschbenzin hat sich beispielsweise als erfolgversprechend erwiesen, die Flüssigkeit kann allerdings auch den Stoff selbst angreifen. Besser geeignet ist daher die sogenannte Butter-Methode: Dafür wird ein Stück Butter in den Ölfleck gerieben, da diese das Öl aus dem Stoff herauslösen kann, danach wird wie vorgeschrieben gewaschen.

  1. Wachsflecken

Auch Wachsflecken können im Haushalt schnell entstehen, insbesondere in den kalten Jahreszeiten, wenn die Kerzen wieder öfter angezündet werden. Vor allem auf Tischdecken, aber auch auf der Kleidung entstehen sie häufig, mit etwas Pech kann es aber auch den Vorhang oder das Kissen treffen. Am einfachsten kann Wachs entfernt werden, wenn der Stoff in Wasser eingeweicht wird, während gleichzeitig ein saugfähiges Tuch auf den Fleck drückt. Sollten trotzdem noch Ränder zurückbleiben, lassen sich diese mit Spiritus behandeln. Eine weitere Alternative ist der Einsatz von Löschpapier, welches einfach auf den Fleck gelegt und dann mit geringer bis mittlerer Hitze hinübergebügelt wird.

  1. Kugelschreiberflecken

In der heutigen Zeit sind Kugelschreiber im Grunde allgegenwärtig und in jedem Schreibtisch, jeder Tasche und in vielen Schubladen zu finden. Kein Wunder also, dass ein einzelner Strich schnell einmal danebengeht, noch ärgerlicher ist hingegen eine komplett ausgelaufene Miene. Auf der Kleidung hilft das Beträufeln mit Zitronensaft, auf Polstern hingegen kann die Stelle auch mit Essigessenzlösung angefeuchtet und nach kurzer Einwirkzeit mit Wasser abgerieben werden. Auf oder in anderen Stoffen bietet sich der Einsatz von Haarspray und Essigessenzlösung in Kombination an – dafür muss der Fleck zunächst eingesprüht werden, danach lässt er sich mit einer mit Essigessenz beträufelten Bürste vorsichtig abbürsten.

  1. Grasflecken
    Grasflecken entfernen
    Grasflecken entstehen in den warmen Jahreszeiten schnell.

Nicht empfehlenswert bei Grasflecken ist der Einsatz von Wasser, denn durch dieses würden die Gerbstoffe des Grases nur noch tiefer in das Gewebe ziehen, besser eignen sich hingegen Essigreiniger oder Essigessenz. Es genügt bereits, die betreffende Stelle nun mit dem Essigreiniger zu beträufeln, dann wird das Textil so heiß wie möglich gewaschen.

Alternativ können außerdem auch Mittel wie Spiritus oder Glycerin genutzt werden. Allerdings in Maßen, da ansonsten das Material angegriffen werden könnte. Ein weiterer hilfreicher Tipp: Grasflecken lassen sich ebenfalls sehr gut mit Butter entfernen – dafür einfach einreiben und wie gewohnt waschen.

Muffiger Geruch in der Kleidung und den Vorhängen

Aber nicht nur Flecken können einem schönen Stoff zusetzen, auch Gerüche sind häufig ein störendes Übel. In vielen Fällen hilft hier bereits das ganz normale Waschprogramm, eine Ausnahme macht allerdings der typische muffige Schrankgeruch, den einige Kleidungsstücke beispielsweise nach langer Zeit im Schrank annehmen. Problematisch hieran ist die Tatsache, dass die schlecht riechenden Moleküle so tief und fest im Gewebe sitzen, dass die Wäsche nach dem Waschen zwar zunächst frisch riecht, nach einiger Zeit jedoch wieder unangenehm zu riechen beginnt. In jedem Fall sollte die betroffene Kleidung zunächst aber dennoch gewaschen werden, wenngleich die bekannten parfümierten Waschmittel oder Weichspüler dem Geruch kaum etwas anhaben können. Besser ist daher der Griff zum Waschsoda, danach muss die Wäsche möglichst schnell und warm getrocknet werden – dafür eignet sich zum Beispiel ein warmer, sonniger Tag, ideal ist aber auch ein Trockner. Nach dem Trocknen wird die Kleidung in einen Plastikbeutel gelegt und über ein paar Stunden auf aufkommenden Modergeruch untersucht. Sofern der Duft frisch bleibt, muss nun nichts mehr getan werden, haftet allerdings doch noch etwas unangenehmer Geruch an dem Textil, so sollte der Vorgang wiederholt werden.

Gerüche aus alten Schränken und Kommoden entfernen

Manche Gerüche setzen sich trotz vorbeugender Maßnahmen in der Kleidung fest. Besonders antike Möbelstücke neigen dazu, etwas unangenehm zu riechen und dieser Geruch überträgt sich in manchen Fällen leider auf die frisch gewaschene Wäsche. Das sehr alte Holz nimmt Feuchtigkeit auf und diese sorgt für den unangenehmen Gestank. Damit sich dieser nicht in Lebensmitteln oder Kleidung festsetzt, gibt es ein paar  Methoden, den Schrank zu entfeuchten und zu reinigen.

Als erstes ist Essig oder eine Essig-Essenz zu empfehlen, welche desinfiziert und Gerüche beseitigt. Im Handel sind aber auch Flüssigseifen für Holzmöbel erhältlich, welche bei mehrmaliger Anwendung zumindest die ersten Gerüche entfernen können. Allerdings reicht dies bei vielen antiken Möbeln noch nicht aus. Wer Vanilleduft, Kaffee oder Seifendüfte mag, kann Vanillezucker, Kaffeepulver und Seifenstücke in den Schrank hineinlegen und die Duftnoten wirken lassen. Eine weitere Alternative sind Lavendelsäckchen oder andere Duftkräuter, die vor allem in Holzschränken sehr gut einsetzbar sind. Lavendelöl gilt übrigens als altertümliches Reinigungs- und Desinfektionsmittel, das auch bei Antikholz gute Verwendung finden kann.

Restaurateure arbeiten zum Beispiel mit einer Verputzung von frischem Lehm und Stroh in Holzmöbeln, die nach einigen Monaten wieder abzukratzen ist. Mit einer Nachwaschung und Ölbehandlung sind fast alle Gerüche entfernt, denn Lehm bindet den Geruch auf natürlichem Weg.

Müffelnde Wäsche aus der Waschmaschine

Einige kennen das Problem, die Waschmaschine ist endlich fertig und die Wäsche will aufgehängt werden, doch sie riecht nicht besonders frisch. Der Grund dafür liegt meist im eigenen Waschverhalten, denn niedrige Temperaturen, Weichspüler und Flüssigwaschmittel führen dazu, dass sich Seifenreste in der Maschine festsetzen und Bakterien im Wasser ansammeln können. Einige Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Escherichia coli überleben 30 Grad Wäschen ohne Probleme, ebenso wie Noroviren, Schimmel- und Hefepilze. Dennoch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung, denn wer stark belastete Wäsche wie Unterwäsche, Putzlappen, Geschirrtücher und Handtücher bei 60 Grad mit Vollwaschmitteln wäscht, bekommt die meisten Keimbesiedlungen in den Griff. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Waschmaschine länger außer Benutzung ist. 90 Grad Wäschen sind nur bei schweren akuten Krankheiten notwendig, die schnell übertragbar sind, oder bei Personen, die ein geschwächtes Immunsystem besitzen.

Polster und Teppiche von Gerüchen befreien

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Gerüche aus Polstermöbeln und Teppichen entfernen

Starke Raucher, Katzen- und Hundebesitzer oder Benutzer von Antikmöbeln sind mit vielen Gerüchen umgeben, die sich nicht nur in der Kleidung, sondern in der gesamten Wohnung festsetzen können. Besonders Teppiche und Polstermöbel nehmen viele Gerüche auf und können nach einiger Zeit sehr unangenehme Mischgerüche abgeben. Wenn es möglich ist, sollten die Besitzer zunächst alle Bezüge von Sofas, Kissen und Stühlen sowie kleinere Sofakissen gründlich in der Waschmaschine waschen. Bei starken Gerüchen sind mehrere Durchgänge notwendig.

Polsterschaum gibt es in vielen Fachgeschäften, der Gerüche bindet und die Möbel zusätzlich reinigt. Dabei ist der Schaum direkt auf die Polster einzureiben und sollte für eine längere Zeit einwirken. Mit einem Staubsauger lassen sich abschließend die gesammelten Verunreinigungen entfernen. Die vielseitige Verwendung von Essig ist auch bei Polstermöbeln hilfreich, indem Essigwasser in die Polster einzureiben und mit einer Bürste abzureiben ist. Dieser Tipp ist besonders für starke Raucher hilfreich und ein zusätzlicher Behälter mit Essigwasser kann innerhalb mehrerer Tage den Rauchgeruch der Wohnung absorbieren. Allerdings sind einige Möbel trotz gründlicher Reinigung kaum mehr von den intensiven Gerüchen zu befreien. Abhilfe könnte ein Dampfdruckreiniger schaffen, der ohne chemische Reinigungsmittel funktioniert und mit Wasserdampf schonend Schmutz und Geruch der Möbel beseitigt.

Gegen Gestank in Teppichen hilft Natron, das die großen Flächen ohne Probleme vom Geruch befreit. Dafür ist das Pulver gleichmäßig auf dem gesamten Teppich zu verteilen und sollte über Nacht einwirken. Am nächsten Tag können die Hausbesitzer schließlich den Teppich gründlich saugen oder ausschütteln, je nach Größe und Beschaffenheit, und viele Gerüche sind somit verschwunden.


Bilder: Quelle – pixabay.com