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Himmelbetten – die feine Art, sich zu betten

Himmelbetten kennen die meisten wohl nur aus dem Märchen: Über einem riesigen, von Kissen überquellenden Bett, bauscht sich ein samtiger Vorhang und sorgt dafür, dass die Prinzessin oder der König ungestört ihren royalen Schlaf genießen können. Auch heute noch gehören in den wenigsten Privathaushalten Himmelbetten zur Standardeinrichtung – außer vielleicht in Kinderzimmern oder in Haushalten, in denen auf eine besondere Einrichtung in den Schlafräumen Wert gelegt wird. In unserem Beitrag erfährst du mehr über die märchenhafte Welt der Himmelbetten und wie du eines auch in dein Schlafzimmer integrieren kannst.

Die Seltenheit von Himmelbetten in Privathaushalten ist eigentlich sehr verwunderlich, denn der Himmel über Himmelbetten bietet eine ganz besondere Geborgenheit. Und auch das Aufwachen geht viel sanfter vonstatten, denn der schützende Himmel sorgt dafür, dass man nicht gleich nach dem Aufwachen sofort in die Welt gerissen wird, sondern in Ruhe und ganz geborgen erstmal zu sich finden darf.

 

Seit wann gibt es eigentlich Himmelbetten?

Auch wenn Himmelbetten sehr gut in unsere Zeit passen und es viele sehr moderne Modelle gibt, ist das Himmelbett eine sehr, sehr alte Erfindung, die im Mittelalter ihren Ursprung hat: Das Himmelbett ist ein Bett mit vier Pfosten, die über einen Dachkranz miteinander verbunden sind. Der Himmel, der diesen Kranz überspannt, wurde ursprünglich Baldachin genannt. In diesem Betthimmel versteckte man oft Kostbarkeiten, daher rührt auch der heute noch geläufige Ausdruck „etwas auf die hohe Kante legen“.

Im Mittelalter saß man tagsüber auf dem Bett und zum Schlafen zog man dann die Vorhänge zu und bildete einen sogenannten Alkoven. Der Vorteil dieser Bettkonstruktion bestand darin, dass man, vor Blicken geschützt, seine Privatsphäre schützen konnte und in den zu dieser Zeit wenig bis gar nicht beheizten Räumlichkeiten nachts nicht frieren musste. Ab dem 13. Jahrhundert wurden die Himmelbetten dann immer luxuriöser: Für den Baldachin verwendete man immer feinere, bestickte Stoffe, das Holz des Bettgestells wurde zudem häufig mit handgeschnitzten Mustern verziert und bemalt. Die Betten wurden mit der Zeit außerdem so groß, dass ganze Familien darin Platz finden konnten und das Himmelbett wie ein eigenes Haus in der Stube stand.

 

Himmelbetten heute

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Varianten des Himmelbetts: Von sehr modernen und schlichten Himmelbetten in Weiß über klassische Varianten mit Samtvorhang und verzierten Holzrahmen bis hin zu Himmelbetten für Kinder ist alles dabei. Dabei müssen Himmelbetten auch nicht zwangsläufig teurer als „normale“ Betten sein.

Darüber hinaus lassen sie sich wunderbar individuell gestalten: Mit wechselnden Himmelstoffen lassen sich Himmelbetten nicht nur ideal auf die Kleiderschränke oder Sofas im Schlafzimmer abstimmen, sondern je nach Lust und Laune immer wieder neu variieren.

 

Himmelbetten: Himmlisch schlafen für alle!

Du möchtest jetzt auch gerne unter einem Betthimmel schlafen? Sofern du darauf achtest, dass dein neues Himmelbett gut an den geplanten Standort passt, steht dem nichts mehr im Wege. Bedenke aber, dass auch wenn die Maße nicht unbedingt größer sind als bei einem „normalen Bett“, das Himmelbett durch den Baldachin doch insgesamt wuchtiger wirkt.

Wichtig ist außerdem, dass du die Farbe des Vorhangs gut zu der übrigen Einrichtung deines Schlafzimmers abstimmst. Passt seine Farbe zu deiner Einrichtung und zu deiner Bettwäsche? Passt das Holz deines Himmelbetts zum Holz deiner Schlafzimmermöbel? Diese Fragen solltest du in jedem Fall im Voraus klären.

Denke auch daran, dass ein Himmelbett durch die große Fläche des Vorhangs eine Menge Licht „frisst“. Stelle das Bett daher am besten nicht so vor einem Fenster auf, dass der Raum hinter dem Bett völlig im Dunkeln liegt.